Leben · Weststeiermark · seit 1998
Der Bildschirm blieb schwarz. Niemand kam.
Sieben Jahre alt. SUSE Linux. Ein System, das nichts schenkt — und ein Kind, das nicht aufhört, bis es läuft.
Manchen gibt das Leben einen Lehrer. Mir gab es eine Maschine.
Kein Kurs. Kein Onkel, der „mal zeigt“. Ein Kind in der Weststeiermark und ein Rechner, der läuft, wenn man ihn versteht — und schweigt, wenn man ihn nicht versteht. Ich habe gelesen. Zerlegt. Wieder zusammengebaut. Und niemandem die Schuld gegeben.
Das ist der ganze Trick, und er ist unspektakulär. Wer bei einem Problem zuerst fragt, wer schuld ist, sucht keine Lösung, sondern eine Entlastung. Wer zuerst fragt, was tatsächlich passiert, kommt weiter. Ich habe das nicht gelernt, weil es klug klang. Ich habe es gelernt, weil sonst nichts passiert wäre.
Brick war da schon tot. Lee war im Haus. Die Hundeschule lag in der Wiege, die Maschinen kamen danach. Wolfgang konnte alles, wenn man es ihm einmal zeigte — ausser den Computer, den er niemals angegriffen hat. Die Führerscheine des Vaters sind bei mir Zertifikate geworden. Genetik? Vermutlich. Zumindest gelebte Praxis.
2003 bis 2005, noch in der Ausbildung: Homepages. Alles selbst beigebracht. Das Wort Autodidakt kam später, die Arbeit sofort.
Selbermacher. Fertigmacher: wer etwas anfängt, zieht es durch. Dieser Satz zieht sich durch jedes Kapitel auf dieser Seite.

Schweden, 2006
Aus dem Hobby wurde ein Beruf. Laut, schnell, weit weg von Ligist: Management diverser eSport-Teams und ihrer EPS-Server — Electronic Pro Series, vor allem Counter-Strike. Als Manager bei der Dreamhack in Schweden.
Ein Kind, das Systeme zerlegt hatte, stand plötzlich in einer Halle voller Maschinen, die andere Leute gewinnen lassen sollten. Das ist kein Lebenslauf. Das ist der Moment, in dem ein Spiel aufhört, ein Spiel zu sein — und in dem man zum ersten Mal merkt, dass Verantwortung nicht am Können hängt, sondern daran, wer hinsieht, wenn es kippt.
Ich habe dort gelernt, was ich heute im Coaching als Erstes abfrage: Wer trägt die Konsequenz, wenn das hier schiefgeht? Wenn die Antwort „das klären wir dann“ lautet, ist die Sache schon schief.
Kabel, 2006 bis 2009
Dann die stillere Arbeit. Erste selbstständige Aufträge für kleinere Kunden, Bekannte, Familie. Netzwerke. SIP-Trunks. Dinge, die halten müssen, weil sonst jemand nicht telefonieren kann, den man am Sonntag beim Essen trifft.
Dazu der Unternehmensführerschein, das Cambridge Certificate, wirtschaftskundliche Weiterbildung, Rechnungs- und Steuerwesen. Nichts davon war Pflicht. Alles davon war die Antwort auf dieselbe Frage: Was fehlt mir, um das selbst zu können?
2009 die Matura — und sofort zwei Leben nebeneinander: Angestelltenverhältnis und Selbstständigkeit. Der Übergang ins Berufsleben war kein Schnitt. Er war ein Seil, das man auf beiden Seiten hält, oder es reisst.
Das war kein Betriebsunfall. 2022 kommt dasselbe Muster wieder. Wer beides wählt, muss sich die Frage gefallen lassen, warum. Sicherheit? Co-Abhängigkeit? Oder das, was in der Natur der Normalfall ist — Gemeinschaft, voneinander lernen, kein Rudel aus einer Person? Ich behaupte hier keine der drei Antworten. Ich weiche ihnen auch nicht aus.
Warum wählt jemand zweimal beides, wenn eines reichen würde?
Zertifikate, 2009 bis 2011
Das Portfolio füllte sich mit herstelleranerkannten Zertifikaten: Cisco, Juniper, Apple, Microsoft und andere. Im Gesamtportfolio über 180. Darunter Apple Certified Trainer für macOS — Support Professional, Technical Coordinator, Mac Integration Basics — und Final Cut Pro, Filmschnitt auf Studio-Niveau.
Eine Zertifikatsliste beweist wenig. Was sie zeigt, ist ein Muster: nichts davon wurde mir gegeben, und nichts davon hat jemand für mich beantragt. Jedes einzelne ist die Folge derselben Frage von 1998 — was fehlt mir, um das selbst zu können.
In dieselben Jahre fallen Schnittarbeiten und Consulting zur Weltmeisterschaft in Südafrika sowie die Ausbildungen bei Apple in London, Cork, Cupertino und Amsterdam. Die Welt zog. Sie zog hart.
Frag mich, was in Cupertino war — und was danach gefehlt hat.
Das Center, 2012
Gründung des ersten steirischen Apple Certified Training Center. Aus der macolution wurde die m:academy. Gebietsschutz für Österreich ohne Wien und Niederösterreich, für Ungarn, Slowenien, Süditalien und Teile der deutschsprachigen Schweiz.
Dann sieben Jahre Lehre und Consulting. Räume, in denen etwas stehen muss, wenn man geht — das ist der Unterschied zwischen Training und Vortrag. Ein Vortrag ist vorbei, wenn er vorbei ist. Ein Training ist erst vorbei, wenn jemand ohne dich weiterarbeitet.
Zu den Mandanten dieser Jahre zählten unter anderem Anton Paar, die KNAPP AG, Infonova (heute BearingPoint), die Red Bull GmbH mit Third-Party-Support bei der Ausrollung und Mac-Training für die interne Belegschaft, LinkedIn (vormals video2brain), Amazon Österreich, Netconomy, die sVersicherung, WGKK, SALK, KAGes, die US Air Force sowie LearnQuest und mehrere Universitäten.
Weitere internationale Mandanten bleiben ungenannt. Datenschutz, nicht Geheimniskrämerei.

Juni 2017
Altheia „Ylvi“ Wolfrevir, von Maria Vogt. Tschechoslowakische Wolfhündin mit Temperament und einer Führbarkeit, die man nicht kauft. Ausbildungen. Österreichische Jugendchampion. Zuchtzulassung FCI und ÖKV. Filmhunde-Training, BH- und BGH-Kurse und -Prüfungen.
2019 der Aufbau der Zuchtstätte vom alten Wolfsblut: Züchterseminare, Genetik, Charakterzucht. Im selben Jahr wurde Ylvi vergiftet.
Ein Giftköder ist keine Metapher. Er liegt, bis ein Maul ihn nimmt. Danach ist die Arbeit eine andere. Ende 2019, Anfang 2020: Regeneration. Das steht hier, weil es wahr ist — nicht, weil es gut klingt.
Was macht man, wenn die erste Hündin vergiftet wird?
Der Riss, 2020
Trennung von der Geschäftspartnerin. Sukzessive Auflösung der m:academy in Folgeunternehmen — darunter die Lunar Lupus e.U. mit allen Zweigen. Komplettes Re-Branding unter diesem Dach.
Ein Riss ist keine Zäsur, die man plant. Er ist der Moment, in dem klar wird, welche Teile tragen und welche nur mitgelaufen sind. Was danach steht, steht auf weniger Beinen — aber auf den eigenen.
2020 bis 2021 ausgewählte Produktionen im Ausland für renommierte Studios. Mit der Pandemie ein spürbarer Abzug nach Lateinamerika, wegen lockerer Auflagen bei Flugreisen und am Set. Die Welt zog wieder. Diesmal mit einem Hund, der noch heilte.
Ende 2021 kam Jera Luna dei Serlupi, italienische Linie. Gesund, energetisch, Arbeitseifer eher unten. Unzählige Stunden Sozialisierung und Ausbildung — Stunden, die niemand sieht und die in keiner Bilanz stehen.
Was hier steht, ist nicht die Erfolgsgeschichte. Es ist die Liste der Stellen, an denen es fast vorbei war.
Und dann weiter
2021 wurde die Lunar Lupus e.U. erweckt und auf eine rechtlich klare Grundlage gestellt. 2022 folgte die konsequente Umstellung auf rein elektrische Mobilität — zu den Tieren, auf Ausstellungen, ins Training, ans Set. Ohne Ausnahme, ohne Zweitwagen.
Im selben Jahr wieder beides gleichzeitig: Selbstständigkeit und Anstellung. Führung im 1st- und 2nd-Level-Support, Aufbau und Coaching von Lehrlingen und lernschwächeren Kolleginnen und Kollegen, De-Eskalation. Dazu eine unterstützende Beziehung — Quality Time, ein Kalender, der geführt werden muss, weil Stunden endlich sind.
Aus dieser Reihenfolge ist alles entstanden, was heute unter dem Dach steht: die Filmwölfe, die Zucht, die Beratung, das Coaching, die IT. Nichts davon war ein Businessplan. Alles davon war die Antwort auf dieselbe Frage.
Die Fragen, die offen bleiben, stehen auf der Startseite. Die Generation davor steht auf der Seite zu Heritage.
Das war die kurze Fassung.
Die lange gibt es im Gespräch. Schreib, was dich interessiert — die Jahre, die Brüche oder das, was heute daraus geworden ist.


