Leben · Dem Vater
Im Jahr meiner Geburt ging Brick. Lee kam später.
Als ich zur Welt kam, war der Ring schon Geschichte. Der Hund, der unter Trümmern gesucht hatte, auch.
In die Wiege gelegt
Ich bin 1991 geboren, aufgewachsen in der Weststeiermark. Die Hundeschule und das Führen lagen in der Wiege — nicht als Kurs, sondern als Alltag meines Vaters Wolfgang.
Wolfgang war ein Macher. Ein Lehrer. Ein strenger Vater mit viel Verständnis für individuelle Entfaltung — unter Einhaltung aller Pflichten im elterlichen Haus. Führung, Lehren, das Autodidaktische: das hat er in die Wiege gelegt. Vergleichsweise alle Führerscheine. Bei Automobilen und bei Hunden ein Ausnahmetalent. Er konnte alles, wenn man es ihm einmal zeigte.
Ein Fun-Fact, der hierhergehört, weil er wahr ist: Wolfgang hat niemals einen Computer angegriffen.
Diese Seite ehrt ihn. Sie erfindet ihn nicht. Es steht hier keine Anekdote, die sich nicht an einem Jahr, einem Hund, einem Ring oder einem Foto festhalten lässt. Wer in einer Familie aufwächst, in der Geschichten wachsen, kennt den Unterschied — und weiss, warum er zählt.
Frag mich nach Brick. Frag mich nach Armenien. Frag mich nach dem Vater, der Maschinen fuhr und Hunde führte — und den Rechner stehen liess.
Österreichring, 1984
Sieben Jahre vor meiner Geburt: Wolfgang am Österreichring. Bewachung, Vorführungen, Diensthundearbeit. Die Fotos stammen aus dem Familienarchiv.
Der Ring wurde erst 2004 von Red Bull übernommen. Die Geschichte gehört der Familie, nicht einem Sponsor — und das ist keine Spitzfindigkeit, sondern der Grund, warum sie hier überhaupt erzählt wird.
1984 war ich nicht dabei. Ich war noch nicht geboren. Wolfgang hat den Ernst schon gekannt, als der Sohn noch nicht da war. Lunar Lupus kommt aus dieser Reihenfolge. Nicht umgekehrt.



Brick
Bevor Lee kam, stand ein Schäferhund unter Trümmern. Brick. Deutscher Schäferhund. Unzählige Ausbildungen, SchH3. Lawinenhund. Trümmerhund. Unermüdlich in der Rettungshundebrigade. Ehrungen folgten — nicht als Schmuck, sondern als Folge der Arbeit.
1988 das grosse Erdbeben in Armenien. Brick im Einsatz. Ein Land, in dem Häuser eingefallen waren. Ein Hund, der suchte.
Das ist kein Motiv für eine Kampagne. Das ist der Ernst, den man einem Tier danach nicht mehr als Gag zumutet. Wer einmal mit einem Hund nach Menschen gesucht hat, stellt ihn nicht als Attrappe auf eine Bühne — und genau diese Unterscheidung trägt heute jede Entscheidung am Set.
Brick lebte bis Mitte, Ende 1991. In dem Jahr bin ich geboren. Zwei Jahre Lücke. 1993 zog Lee ein.


Was sucht ein Hund unter den Trümmern von Armenien?
Brigade
Öffentliche Vorführungen, unter anderem 1986, mit der Hundeführer-Brigade. Kein Theaterhund — ein Diensthund, der vor Leuten arbeitet, weil er vorher ohne Leute gearbeitet hat.
Vorführen heisst: der Hund trägt. Und er trägt, weil er vorher ohne Publikum getragen hat. Dieselbe Unterscheidung gilt heute am Set: ein Tier, das geführt wird, nicht gestellt.
Diese Haltung kommt nicht aus einem Handbuch. Sie kommt aus dieser Linie — und sie ist der Grund, warum wir eine Szene absagen, bevor die Kamera läuft, statt danach zu erklären, warum es nicht ging.

Lee vom Altsteirerhof, 1993 bis 2002
Deutscher Schäferhund. Ausbildung durch Wolfgang bis SchH3 — Schutzhund, heute IGP. Ich war zwei, als Lee einzog, und elf, als diese Jahre zu Ende gingen.
Wer einen Hund bis SchH3 führt, führt nicht zum Spass. Er steht jede Woche auf dem Platz, bei jedem Wetter, über Jahre. Ein Kind, das daneben aufwächst, lernt nicht Hundeführung. Es lernt, dass etwas erst fertig ist, wenn es fertig ist.
Zwischen Brick und Lee lagen zwei Jahre Lücke. Ich habe Brick nie erlebt. Ich habe ihn über Wolfgang bekommen, aus zweiter Hand, mit allem, was dazugehört — und das ist einer der Gründe, warum ich diese Seite überhaupt geschrieben habe.
Der Vater hat den Rechner stehen gelassen. Alles andere hat er angefasst.
Was davon geblieben ist
Aus der Diensthundearbeit ist die Zuchtstätte geworden, aus der Vorführung die Filmarbeit, aus dem Lehren das Training und das Coaching. Die Werkzeuge haben sich geändert, die Reihenfolge nicht: erst ohne Publikum arbeiten, dann vor Publikum auftreten.
Wie es danach weiterging, steht in der Geschichte. Was daraus für andere nutzbar ist, steht unter Coaching.
Die Fotos sind aus dem Familienarchiv.
Wenn du mehr über Wolfgang, Brick oder den Ring wissen willst: frag. Die Antworten stehen nicht alle auf dieser Seite, und das ist Absicht.


